Ausgangslage und Herausforderungen

Foto: SophieStein/IGZ
Karte der jährlichen Niederschläge in Deutschland im Jahr 2025
Abbildung 1: Karte der jährlichen Niederschläge in Deutschland im Jahr 2025 (in Millimetern). Die Darstellung verdeutlicht regionale Unterschiede in der Niederschlagsverteilung und zeigt insbesondere die vergleichsweise trockenen Gebiete im Nordosten Deutschlands. Quelle: Deutscher Wetterdienst (2025), Deutscher Klimaatlas.
URL: https://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/klimaatlas/klimaatlas_node.html

Die Nachfrage nach ökologisch produziertem Gemüse ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Gleichzeitig bringen der Klimawandel und seine Folgen neue Herausforderungen für die Produktion von hochwertigem Gemüse mit sich: Längere und häufigere Trockenperioden erhöhen den Wasserbedarf, Beikräuter wachsen schneller und stärker, und landwirtschaftliche Schädlinge breiten sich vermehrt aus. Diese Faktoren erschweren den ökologischen Gemüsebau – besonders in der Metropolregion Berlin/Brandenburg.

In Brandenburg sind die Auswirkungen des Klimawandels bereits heute deutlich spürbar. Die Region ist zunehmend von längeren Trockenperioden betroffen, die häufig von kurzen, aber intensiven Starkregenereignissen unterbrochen werden. Gleichzeitig verschieben sich die Niederschlagsmuster zunehmend in die Wintermonate. Diese Entwicklungen stellen insbesondere den ökologischen Gemüsebau vor große Herausforderungen, da sowohl die Verfügbarkeit von Wasser als auch die Bodenbewirtschaftung und Pflanzengesundheit direkt betroffen sind.

Zahlreiche Studien und Datenauswertungen dokumentieren bereits heute die historischen Entwicklungen und ermöglichen einen Blick auf zukünftige Veränderungen. Die dargestellten Klimadaten verdeutlichen, weshalb die Entwicklung klimaangepasster und ressourcenschonender Anbausysteme eine zentrale Voraussetzung für die langfristige Sicherung des ökologischen Gemüsebaus in Brandenburg darstellt. Wissenschaftliche Untersuchungen gehen davon aus, dass sich die klimatischen Bedingungen in Brandenburg in den kommenden Jahrzehnten weiter verändern werden. Im sogenannten „Weiter-wie-bisher“-Szenario (RCP 8.5) wird bis zum Ende des Jahrhunderts ein Temperaturanstieg von etwa 3,8 °C erwartet. Die Folgen reichen von erhöhtem Bewässerungsbedarf über veränderte Schädlings- und Krankheitsdynamiken bis hin zu sinkender Ertragssicherheit bei empfindlichen Kulturen.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, arbeiten das Leibniz-Institut für Gartenbauwissenschaften (IGZ) e. V. und die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) in einem Verbundprojekt zusammen. Ziel ist es, innovative, nachhaltige und widerstandsfähige Anbausysteme für den ökologischen Gemüsebau in Brandenburg zu entwickeln.

Quelle: Deutscher Wetterdienst (2020): Klimareport Brandenburg – Fakten bis zur Gegenwart und Erwartungen für die Zukunft.



Visualisierung der Temperaturentwicklung in Brandenburg von 1881 bis 2018
Abbildung 2: Die farbigen Streifen visualisieren die Durchschnittstemperaturen für Brandenburg zwischen 1881 und 2018. Jeder Streifen steht für ein Jahr. Blaue Farbtöne kennzeichnen vergleichsweise kühle Jahre, rote Farbtöne vergleichsweise warme Jahre. Die Grafik wurde von Ed Hawkins entwickelt und veranschaulicht die langfristige Erwärmung des Klimas auf einen Blick. Quelle: www.climate-lab-book.ac.uk; Datengrundlage: Deutscher Wetterdienst.
Übersicht der Herausforderungen
Abbildung: Übersicht der Herausforderungen für den (ökologischen) Gemüsebau aufgrund der Folgen des Klimawandels. Darstellung: SophieStein/IGZ.